03.04.2025
20 Jahre im Hospiz Brücke
Unsere langjährige Pflegefachkraft und Ehrenamtskoordinatorin Christina Krudop ist in Rente gegangen. Doch anstatt die Füße hochzulegen, bleibt sie dem Hospiz als Minijobberin erhalten.
Christina Krudop ist dem Hospiz Brücke sehr verbunden: „Ich finde dieses Gebäude unheimlich schön, ebenso wie den Garten. Natürlich sind es die Menschen, die den Ort besonders machen, aber ich glaube, dass auch das Gebäude selbst die Menschen prägt. Diese Mauern atmen.” Wichtig war ihr immer das Miteinander mit den Kolleginnen und Kollegen: „Jeder bringt seine eigene Perspektive in die Pflege und Palliativversorgung ein. Doch unser gemeinsames Verständnis, wie wir arbeiten möchten, verbindet uns. Wir sind oft auf einer Wellenlänge.” Diese tiefe Verbundenheit und das gegenseitige Vertrauen haben sie all die Jahre getragen. Besonders geschätzt hat sie auch die Gespräche mit ihren Kolleginnen und Kollegen sowie den Ehrenamtlichen über die tieferen und spirituellen Aspekte, über das Leben und den Tod.
Als Ehrenamtskoordinatorin hatte Christina Krudop viel Raum für Kreativität. Sie mochte es, neue Menschen kennenzulernen und zu sehen, welche Hintergründe und Motivationen sie ins Hospiz brachten. „Jeder Ehrenamtliche bringt seine eigene Geschichte mit und hat oft persönliche Beweggründe, sich für diese Aufgabe zu engagieren. Es ist spannend zu sehen, was die Menschen antreibt.” Licht und Sonne sowie eine angenehme Ruhe, dafür sorgen auch die Ehrenamtlichen, so Christina Krudop. Sie sind ein unverzichtbarer Teil der Hospizarbeit.
Christina Krudop hat das Ehrenamt maßgeblich geprägt und das Team mit viel Fingerspitzengefühl zusammengestellt. „Die Kolleginnen und Kollegen sagen mir nach, dass ich ein gutes Gespür für Menschen habe. Es ist mir wichtig, dass sich die Ehrenamtlichen wohlfühlen und ihre Stärken entfalten können.“
Ihrer Ansicht nach erfordert die Hospizarbeit nicht nur Fachwissen, sondern auch eine klare innere Haltung: „Man muss diese Arbeit lernen, man wird ja nicht als Hospizschwester geboren. Es dauert eine Weile, bis man das verinnerlicht hat. Eine Herausforderung ist es, den Gast mit seinen Wünschen zu respektieren, das muss man lernen. Ein Wunsch ist zum Beispiel, nicht mehr rausgehen zu wollen, obwohl das Wetter schön ist und der Gast noch mobil genug wäre. Die meisten Gäste wissen selbst, was ihnen guttut und was nicht. Darauf muss man vertrauen. Die Arbeit im Hospiz ist ein stetiges Lernen, die eigenen Handlungen sollte man immer wieder reflektieren”, erklärt Christina Krudop. Die Achtsamkeit im Umgang mit den Gästinnen und Gästen hat sie sich über die Jahre bewahrt.
Typisch Christina: Das Hospiz-Team beschreibt sie als Ruhe ausstrahlende und ausgleichende Kollegin. Sie sei immer beeindruckend in ihrer Haltung, mit der sie durch die Räume des Hospizes schwebt, um Gästinnen und Gäste sowie Angehörige genau dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden. Eine kleine Anekdote: „Ich lasse gerne meine Brille liegen und Türen lasse ich auch oft einfach auf”, sagt sie schmunzelnd.
Obwohl sie nun offiziell im Ruhestand ist, bleibt Christina Krudop dem Hospiz verbunden. „Ich habe die Menschen hier liebgewonnen und möchte weiterhin teilhaben. Es hat auch etwas erdendes: Wenn ich hierher komme, lasse ich alles hinter mir und konzentriere mich auf die Arbeit und die Menschen hier.“
Die Verabschiedung aus dem Hauptberuf war für Christina Krudop ein besonderes Ereignis: Es war wunderschön, sehr lustig und es wurde alles gesagt, was man sonst vielleicht nicht gesagt hätte. Ein richtig rauschendes Fest!” Zum Glück bleibt sie weiterhin Teil des Teams, wenn auch in kleinerem Umfang.
Nach so vielen Jahren in der Hospizarbeit wünscht sich Christina vor allem eines: „Gesund zu bleiben und Zeit für Freunde und Hobbies zu haben. Ich bin natur- und kunstverbunden. Auch möchte ich offen sein, für Überraschungen, die das Leben für mich bereithält.” Und auch wenn der Job oft fordernd war, für Christina Krudop hat sich der Einsatz immer gelohnt.